Beschreibung
" Die U-Boote des Typs XXI waren trotz einiger "
Kinderkrankheiten " unbestritten die fortschrittlichsten und modernsten
einsatzfähigen Unterseeboote ihrer Zeit.
Sie wurden während des Zweiten Weltkrieges entwickelt und in Großserie
gebaut, kamen aber als Waffe nicht mehr zur Anwendung. Nach Kriegsende wurden
die erbeutenden Unterlagen und U-Boote dieses Typs von den Alliierten genau
studiert und beeinflußten maßgeblich die Entwicklung der Unterseeboote
insbesondere der UdSSR, in den USA, in England und in Frankreich."
E. Rössler ( Author des Buches U-Boottyp XXI )
Das erste Boot vom Typ XXI, U 2501, kam am 17.Juni 1944
in Dienst. Die hohe Unterwassergeschwindigkeit, die beträchtlich höher
war, als die jedes anderen UBootes welches sich im Dienst befand, kam durch
die Stromlinienform des Rumpfes und die gesteigerte Energieleistung der
E-Maschinen zustande.
Speziell für diesen Typ wurden große Schwanzflächen, um
Manövrierbarkeit und Stabilität zu verleihen, entworfen, welche
gleichzeitig den Strömungswiederstand verringerten. Die Bugtiefenruder
wurden, anders als bei allen vorherigen Booten, direkt unterhalb des Hauptdecks
montiert und konnten durch Drehbewegung auf einer
vertikalen Achse eingezogen werden. Durch die Rumpfform in Verbindung mit
der Heckgestaltung bekam das Boot eine wesentlich höhere Schubleitung,
und besaß eine max. Einsatztauchtiefe von 150 - 200 m.
Als äußerste Tauchtiefe wurden 330 m angegeben. Die geringste,
im Kampf, gemessene Alarmtauchzeit erreichte außergewöhnliche
18 ! Sekunden. Der Typ XXI besaß eine Kombination aus normalen Diesel-
und E-Maschinen,
wobei zum erstenmal die Höchstleistung der E-Maschinen ( 4200 PS aufgetaucht,
4800 PS getaucht) die der Dieselmaschinen ( 4000 PS ) überstieg.
Die E- Maschinen verliehen dem Boot eine Spitzengeschwindigkeit von 16kn
für eine Stunde Fahrzeit. Sie ermöglichte dem Boot außerdem
drei Tage mit 4kn zu laufen, ohne die Batterien aufzuladen oder das Boot
zu durchlüften, da es mit einer Lufterneuerungs- und Klimaanlage ausgestattet
war.
Typ XXI besaß Radar, dessen "versenkbare"
Antenne im Turm untergebracht war, 2 Sehrohre, eine akustische Entfernungsmeßanlage
und einem Teleskopschnorchel. Der Schnorchelkopf, umhüllt mit synthetischem
Gummi, um die Suchimpulse des Radars zu absorbieren, war mit einem KW-Radarorungsgerät
ausgestattet. Unterhalb der Torpedorohre war das Sonar und ein aus 48 Mikrofonen
bestehendes Unterwasserhorchgerät in Kreisform am Bug angebracht. Eine
schäumende Substanz konnte durch 2 Vorrichtungen in das umgebende Wasser
ausgestoßen werden, um im feindlichen Sonar falsche Echos zu erzeugen.
Die Unterwasserbewaffnung bestand aus sechs Bugrohren, mit
23 Torpedos, alle im geräumigen Torpedoraum im inneren des Druckkörpers
gelagert. Die Überwasserbewaffnung war auf vier 3cm-Geschütze
verringert worden, wobei jedoch die meisten Typ XXI, durch mangel an 3cm-Geschützen,
statt dessen mit 2cm-Geschützen ausgestatten wurden.
1944 wurden zwei Varianten des Typs XXI entworfen. Typ XXI
B sollte weitere sechs im Bug gelegene Rohre erhalten,drei auf jeder Seite
!!, die jedoch im Winkel von 10 Grad zur Mittelachse des Bootes achteraus
schossen.
Typ XXI C sollte bei einer Länge von 83 m !! 18 Torpedorohre haben.
Sechs Bugrohre zum Vorausschuß und zwölf in zwei Gruppen zu je
drei Rohren auf jeder Seite. Also ähnlich Typ XXI B.
Aber wie lief ein Angriff mit einem
Typ XXI ab ?
Die ausgeführten Angriffe liefen nach Berichten der Kommandanten in
völlig anderer Weise als die der konventionellen Boote. Nach optischer
Sichtung eines Zieles bzw. dessen Ortung durch Radar oder Unter-
wasserhorchgerät lief das Boot getaucht mit hoher Geschwindigkeit auf
Kollisionskurs, bis das Zielgebiet erreicht war.
Ohne Benutzung des Sehrohrs konnten Entfernung und Peilung des Zieles mit
hoher Genauigkeit durch Sonar und Unterwasserhorchgerät bestimmt und
die Schußunterlagen in einem Feuerleitgerät berechnet werden.
Ein Entkommen war mit hoher Geschwindigkeit in Tauchfahrt fast immer erfolgreich
da das feindliche Sonar bei Geschwindigkeiten von über 12-13 Knoten
unwirksam wurde.
Hier eine kleine " Geschichte
" zum Typ XXI :
Boot U 2511, Kommandant Korvettenkapitän Adalbert
Schnee.
..... Nachdem Schnee der Befehl zur Kampfeinstellung erreicht hatte,
stieß er
beim Rückmarsch zum Heimathafen auf eine britische Kampfgruppe
und fuhr einen
Scheinangriff:
" Wir gingen auf Sehrohrtiefe und ich sah im Sehrohr einen
englischen Kreuzer
der Suffolk-Klasse, von mehreren Zerstörern gesichtert. Einen solchen
Brocken
hatte ich während des ganzen Krieges nicht vor den Bug bekommen,
und nun, ausgerechnet
wenige Stunden nach Einstellung der Kampfhandlungen.
Wie beim schulmäßigen Angriff in der Ostsee fuhr ich deshalb
weiter in Richtung auf den
englischen Kreuzer. Unser Boot untertauchte die Zerstörer-Sicherung
ung ging dann
zwischen Sicherung und Kreuzer wieder auf Sehrohrtiefe....Das Boot stand
zu diesem
Zeitpunkt 600 m seitlich vom Kreuzer, in einer Schussentfernung, die
in jedem Fall
zum Erfolg führt.
Dann ging es wieder auf Tiefe unter dem Kreuzer hindurch. Der Heimmarsch
wurde
fortgesetzt ".
Ein späteres Gespräch zwischen Schnee und dem Kreuzerkommandanten
ergab unter Vergleichen der beiderseitigen Logbücher, daß
die Anwesenheit von U 2511 weder an Bord des Kreuzers
noch der Zerstörer bemerkt worden war.
Technische Daten
Typverdrängung :
Aufgetaucht: 1621 ts
Abgetaucht : 1819 ts
Abmessungen :
76,7 x 8,00 x 6,20 m
Motorenanlage :
Diesel : 2 MAN
E-Motoren : 2 SSW + 1 für Schleichfahrt
Höchstleistung :
Aufgetaucht: 4000 PS
Abgetaucht : 4200 - 4800 PS + 226 PS
Höchstgeschwindigkeit :
Aufgetaucht : 15,5 kn
Abgetaucht : 17,5 kn
Schleichfahrt : 3,5 kn
Fahrtstrecke :
Aufgetaucht: 15500 sm bei 10,0 kn
5100 sm bei 15,6 kn
Abgetaucht : 365 sm bei 5 kn
110 sm bei 10 kn
Torpedorohre :
6 x 53,3 cm vorn
Torpedos : 23, oder 17 Torpedos + 12 Minen
Geschütze :
4 x 3 cm ( 2 x 2 )
bei einigen Einheiten auch 4 x 2 cm ( 2 x 2 )
Besatzungsstärke :
57