Die Entwicklung des Unterseebootes
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Großbritannien bzw. die Royal Navy
war der Meinung es wäre besser, die Unkosten und
die Schwierigkeiten der Entwicklung andere Nationen erleiden
zu lassen. Die Begleiterscheinung dieser Haltung war
die schnelle und entschlossene Reaktion auf erwiesenen
Erfolg und Fortschritt.
Die offenbarte die Royal Navy, indem sie den Auftrag erteilte, fünf Unterseeboote
sollten nach Hollands Entwürfen bei Vickers in Barrow 1901 gebaut
werden. Dadurch wurde sie die dritte Marine, die kampffähige Unterseeboote
in größerer Anzahl bestellte. Auf diese Weise machte sich Großbritannien
die ausländischen Entwicklungen voll zunutze, während es die Hilfsquellen
seiner eigenen Schiffbauindustrie ausnutzte, die durch einen riesigen Vorsprung
nicht nur die größte der Welt, sondern in vielerlei Hinsicht auch
die leistungsfähigste war.
Die heikle Frage nach dem Status des Unterseebootes im Völkerrecht war
bereits auf der Haager Konferenz 1899 diskutiert worden. Während
der Sitzung am 31. Mai hatten die Russen vorgeschlagen, der
Bau von Unterseebooten solle verboten werden. Die britischen, dänischen,
deutschen, italienischen und japanischen Vertreter waren für ein Verbot,
wenn es von allen Nationen angenommen werden würde. Da Frankreich sich
einem Verbot widersetzte und die Vereinigten Staaten sowie Österreich-Ungarn
nicht bereit waren, ihre zukünftige Handlungsfreiheit im Hinblick auf
die Unterwasserkriegsführung aufzugeben, geschah nichts.
Während der zweiten Haager Konferenz 1907 wurde das Problem
nicht einmal mehr diskutiert, so dass zu Beginn des Ersten Weltkrieges kein
rechtsgültiges internationales Abkommen über die Verwendung von Unterseebooten
im Kriege erzielt worden war.
Inzwischen entwickelte sich das Unterseeboot rasch. Den ersten amerikanischen
und britischen Modellen, welche kaum Seetüchtig waren, folgten weitere
Konstruktionen welche enger an die Narval angelehnt waren.
Die britischen Boote der A-Klasse waren Eigenentwürfe
und neigten dazu, sich an die Formel „Einhülle mit Satteltanks“ anzulehnen.
Die Amerikaner versuchten es mit Entwicklungen, die sowohl von den Entwürften Hollands als
auch Lakes ausgingen.
Die Franzosen fuhren fort, eine große Anzahl von Booten zu bauen, einige
vom Einhüllen-Entwurf, aber die meisten vom zweihülligen >Laubeuf<-Typ.
1902 bestellte Russland sein erstes brauchbares Unterseeboot,
obwohl es in den vorangegangenen Jahren bereits eine ziemliche Anzahl von
Versuchtypen von geringem oder keinem Wert angekauft hatte.
1903 gab Italien das erste aus einer
Klasse von Unterseebooten in Auftrag – das
erste, d.h. wenn man von dem Versuchsboot Delfino
absieht.
1904 bestellte Japan seine ersten
Unterseeboote in den Vereinigten Staaten.
Angesichts späterer Entwicklungen war Deutschland überraschenderweise
die letzte der Seemächte, die ein modernes Unterseeboot erwarb. Dies war
das >Unterseeboot 1< ( U 1), 1906 bei
Krupp gebaut, abgeänderte Konstruktion nach einem Entwurf für drei
Unterseeboote, welche dieselbe Werft nach einem französischen
Entwurf bereits für Russland gebaut hatte.
Während der unmittelbaren Vorkriegsjahre des 1. Weltkrieges gab es eine
Fülle von Rumpfentwürfen:
der italienische Laurenti-Entwurf, der britischen Hay-Denny-Entwurf
( benutzt von den Holländern, aber nicht in seinem Herkunftsland ), der Krupp´sche teilweise
Zweihüllen-Entwurf und der
Laubeuf´sche Zweihüllen-Entwurf.
Lake fuhr fort, seine Konstruktionen zu entwickeln, und überall
auf der Welt kauften Schiffbauer Lizensen an, um die erfolgreichsten Boote
zu bauen. So erwarb Scott´s of Greenock das Recht, Laurentis Entwürfe
zu bauen,
und der Laubeuf-Entwurf verband sich mit der großen französichen
Waffenfirma Schneider. |