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Die Entwicklung des Unterseebootes
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Auch Engländer und Amerikaner brachten um die Mitte des 19. Jahrhunderts
Unterseebootsentwürfte hervor, aber den nächsten bedeutsamen Schritt
unternahm die französischen Marine mit dem Stapellauf der Plongeur 1863
in Rochefort.
Die Konstruktion stammte von Charles Brun nach einer Idee von Kapitän
zur See Siméon Bourgois.
Angetrieben durch Pressluft, die auch zum Ausblasen der Ballasttanks verwendet
werden konnte, war das Boot plump, nur achtern mit Tiefenrudern ausgestattet
und sein Fahrstrecke war minimal.
Die Bewaffnung bestand aus einem >Spieren< Torpedo, d.h. am Ende einer
langen, über den Bug ragenden Stange war eine Sprengladung befestigt.
Gegenüber den früheren Ideen stellte dies eine Verbesserung der
Angriffswaffe dar, aber noch war ein nahes Herangehen an den Feind erforderlich
und die Explosion brachte die Gefahr mit sich, dass das Mutterfahrzeug vollief
und/oder sank.
Die Franzosen entwickelten die Konstruktion der Plongeur
nicht weiter, obwohl sie einen Fortschritt hinsichtlich all dessen bedeutete,
was bis dahin sichtbar geworden war.
Während des amerikanischen Bürgerkrieges verwendeten beide Seiten
den Spierentorpedo.
Der Norden setzte ihn lediglich auf Dampfbooten ein, aber der Süden,
blockiert vom Norden und ohne Marine, war bereit, Unterseeboote zu erproben.
Dabei handelte ew sich um kleine, dampfgetriebene Boote, >Davids< genannt,
und obwohl sie gut unter Wasser getrimmt waren, bis nur noch der Schornstein
und der Kommandoturm zu sehen waren, konnten sie nicht vollständig untertauchen,
weshalb sie auch nicht als wirkliche Unterseeboote angesehen werden konnten.
Inzwischen war von H.L. Hunley eine von Hand angetriebene Konstruktion
entwickelt worden.
Nach zwei Fehlschlägen sah sein drittes Boot, angetrieben durch eine
achtköpfige Besatzung mit einem Kommandoturm vorn, vielversprechend aus.
Es sank bei Erprobungen, wobei sein Konstrukteur ertrank, wurde aber gehoben,
nach ihm bennant und mit einer Besatung aus Freiwilligen gegen ein Kriegsschiff
der Nordstaaten, die Housatonic, eingesetzt.
Am 17.Februar 1864 explodierte der Spierentorpedo der H.L.
Hunley an der Bordwand der Housatonic und versenkte
beide Schiffe.
Der erste erfolgreiche kriegsmäßige Angriff hatte aber auch veranschaulicht,
daß das Unterseeboot bis jetzt faktisch eine Selbstmordwaffe war.
Die Antwort der Yankees aus dem Norden auf die konförderierten >Davids<
war die Intelligent Whale. Wie die H.L. Hunley
wurde sie von Hand angetrieben, war aber schwer zu manövrieren und es
fehlte ihr eine geeignete Waffe. Das Ende des Bürgerkrieges beraubte
sie der Ziele und sie wurde niemals eingesetzt.
Im Jahre 1879 ließ George Garrett, ein Geistlicher
aus Liverpool, sein Unterseeboot, die Resurgam, zu Wasser.
An der Wasseroberfläche besaß sie Dampfantrieb, aber bei Unterwasserfahrt
waren die Feuer gelöscht und sie verließ sich auf den in einem
übergroßen Dampfkessel aufgebauten Dampfdruck.
Während der Erprobung erlitt die Resurgam vor der walisischen
Küste Schiffbruch, aber Garrett hatte die Aufmerksamkeit des
schwedischen Industriellen und Erfinders Thorsten Nordenfelt erregt,
der Garrett den Rücken stärkte, eine verbesserte Version
in Schweden zu bauen.
Die in Kooperation gebaute Nordenfelt 1 erwies sich als außerordentlich
schwierig zu kontrollieren sobald sie unter Wasser fuhr, und wurde 1886
an die griechische Marine verkauft.
Ihre wichtigste Bedeutung lag darin, dass sie ein Torpedorohr für einen
Whitehead´schen Fischtorpedo und eine an Oberdeck aufgestellte Nordenfelt-Maschinenkanone
führte, die damit die Standartbewaffnung späterer Unterseeboote
ankündigkten.
Spätere Nordenfelt-Boote wurden in England für die Türkei und
Russland gebaut und zwei entstanden in Deutschland für die Deutschen,
aber im Hinblick auf die Tiefensteuerung war keines viel erfolgreicher als
das erste. |
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