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Die Entwicklung des Unterseebootes
1653 baute der in Holland arbeitende Franzose de Son
ein zweirümpfiges, mit einem Uhrwerk angetriebenes Fahrzeug. Leider war
der Motor nicht kräftig genug, um das Boot fortzubewegen.
Von nun an wurden in England eine Reihe von Entwürfen hervorgebracht;
mit einem dieser Fahrzeuge gelangen erfolgreiche Tauchfahrten in flachen Gewässern,
aber während eines ehrgeizigen Versuches ging es dann im Plymouth-Sund
verloren.
Eine außergewöhnliche und überraschend erfolgreiche Konstruktion
entwickelte 1776 der Amerikaner David Bushnell.
Sein Fahrzeug war das erste brauchbare, im Kriege zu verwendende Unterseeboot,
und verdient eine ausführliche Beschreibung ( hier
klicken ).
1797 bot Robert Fulton der französischen Regierung einen
Entwurf eines Unterseebootes an.
Trotz der Notwendigkeit, die britische Überlegenheit zur See auf jede
Weise anzugreifen, gewährten die Franzosen Fulton anfangs nur wenig Unterstützung,
aber 1800 wurde ihm finanzielle Hilfe bewilligt, um seine
Nautilus zu bauen.
Aus Kupfer mit eisernen Spanten glich sie mehr einem modernen Unterseeboot
als die Turtle; sie besaß einen langezogenen Rumpf,
achtern einen Propeller, einen erhöhten, halbkugelförmigen Kommandoturm
und Tiefenruder. Sie war größer als die Turtle
und die Anstrengungen ihrer dreiköpfigen Besatzungen konnten an der Wasseroberfläche
durch ein Faltsegel ergänzt werden.
Wieder bestand ihre Waffe aus einer schwimmenden Sprengladung, die am Rumpft
eines Zieles befestigt werden musste. Das Boot wurde erfolgreich im August
1801 erprobt, als eine verankerte Schaluppe
in die Luft gesprengt wurde; das erste Schiff, das einem Unterseebootsangriff
zum Opfer fiel.
Im September 1801 behauptete Fulton, zwei britische
Briggs vor der Küste der Normandie angegriffen
zu haben, aber durch den Mangel an Beweglichkeit seines Fahrzeuges sei ein
Erfolg vereitelt worden, und die Franzosen verloren schnell ihr Interesse.
Bald darauf bot Fulton seine Idee der Royal Navy an, die sie vernünftigerweise
ablehnte.
Danach widmete Fulton seine Erfindungsgabe der Dampfschifffahrt.
Zum damaligen Zeitpunkt hegten sowohl die französischen als auch die
britischen Marinebehörden ernste Zweifel, nicht nur was die ethischen
Grundsätze betrifft, Unterseeboote im Krieg zu verwenden, sondern auch
im Hinblick auf ihre praktische Anwendbarkeit; was das letztere anging, so
hatten sie zumindest damals recht.
In der Zwischenzeit tauchten eine Reihe interessanter Entwürfe auf, die
alle zur Entwicklung eines brauchbaren Unterseebootes beitrugen.
Nach Fulton unternahm ein Bayer Namens Wilhelm Bauer den
nächsten ernsthaften Schritt.
Im Jahre 1850 blockierte die dänische Flotte die deutsche
Küste und Bauer schuf ein Unterseeboot mit Namen Der Brandtaucher,
dem es trotz Beschränkungen gelang, die Dänen auf Distanz zu halten.
Das Boot wurde auch Eisenblech gebaut und ähnelte einem länglichen
Tank. Im Kieler Hafen sank es dann 1851, als seine Eisenbleche
unter dem Wasserdruck nachgaben.
Bauer rettete damals sein Leben und das seiner zweiköpfigen
Besatzung, indem er darauf bestand, mehr Wasser in das Fahrzeug zu lassen,
bis ein Druckausgleich stattfand und die Luken aufsprangen.
Damit waren zum erstenmal Menschen aus einem getauchten Unterseeboot entkommen.
Nach einem erfolglosen Besuch in England überzeugte Bauer die
Russen, seinen Seeteufel zu bauen. Aber von diesem Fahrzeug ist wenig bekannt;
ausgenommen, dass er während der Krönung von Zar Alexander II.
im Hafen von Kronstadt mit seinem Boot und mehreren Musikern unter die Wasseroberfläche
tauchte und >> Gott erhalte den Zaren ! << spielen ließ.
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