Was ist ein Uboot ?
Ein Uboot (kurz für Unterseeboot) ist ein Boot, das für die Unterwasserfahrt gebaut wurde. Moderne große Uboote, die eine Größe von bis zu 35.000 Tonnen haben können, werden auch U-Schiffe genannt.
Mit dem Begriff Uboot bezeichnet man speziell militärische Unterwassereinheiten. Zivile Uboote, kommerziell oder für die Forschung, werden meist Tauchboote genannt. Auch die im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz gekommenen Uboote werden offiziell als Tauchboote bezeichnet, da sie hauptsächlich aufgetaucht zum Einsatz kamen und während der Unterwasserfahrt wenig leistungsfähig waren.
Uboote unterscheiden sich durch einige Besonderheiten von gewöhnlichen Schiffen:
Ihr Körper schwebt im Wasser. In diesem Fall ist die Masse des gesamte Schiffskörper gleich der Verdrängungsmasse; als grundsätzliche Voraussetzung für den Gleichgewichtszustand muss hierbei das spezifische Gewicht des Schiffskörpers gleich dem des Wassers sein.
Dieser Zustand wird allerdings nie genau erreicht. Einerseits wirken sich selbst kleinste Unterschiede zwischen der Uboot-Masse und der des verdrängten Wassers aus. Andererseits verändert sich die Dichte des ungebenden Wassers laufend durch Wasseraustausch. Das Uboot hat also immer eine Tendenz zu steigen oder zu fallen, wenn auch nur sehr langsam. Da diese Tendenzen aber in der Regel sehr gering sind, kann das Uboot durch dynamischen Auftrieb , mit Hilfe der waagrechten Tiefenruder- seine Tiefe beibehalten oder verändern. Dies funktioniert allerdings nur wenn sich das Boot bewegt.
Die ersten Uboote waren "Einhüllenboote", bei denen die Tauchzellen innerhalb des Druckkörpers angebracht waren. Da die Zellen mit dem Außenwasser kommunizieren, mussten sie auch druckfest gebaut werden.
Aus dem Streben nach guter Seetauglichkeit bei Überwasserfahrt entstand das "Zweihüllenboot", bei den die Tauchzellen um den Druckkörper herumgelegt wurden. Das Boot erhält damit eine zweite Hülle; da diese im Tauchzustand innen wie außen unter gleichem Druck steht, braucht sie nicht besonders stark zu sein. Den durch Brennstoffverbrauch bedingten Gewichtsveränderungen begegnet man dadurch, dass das Treiböl in nicht druckfesten, unten offenen Bunkern auf Seewasser schwimmend gefahren wird.
Die Druckkörper moderner militärischer Uboote halten normalerweise einem Wasserdruck von 600 Meter Stand (zum Beispiel Los Angeles Klasse). In Anbetracht der Größe der Ozeane bedeutet dies, dass sie eigentlich nur knapp unter der Wasseroberfläche operieren können. Einige sowjetische Atom-Uboote besitzen Druckkörper aus Titan und sind in der Lage crica 900 Meter tief zu tauchen. USchiffe des Typs Alpha kommen angeblich sogar unter 1.200 Meter. Spezielle zivile Tauchboote sowie Batyskaphen sind in der Lage, jeden Punkt des Meeresbodens zu erreichen.
U-Boote müssen in drei Dimensionen manövrieren können.
- Tauch- und Regelzellen: Tanks, die zur Gewichtserhöhung beim Tauchen mit Wasser und zum Auftauchen mit Luft gefüllt werden. Die Tauchzellen übernehmen dabei die Hauptlast, die verschiedenen Regelzellen dienen zur genaueren Abstimmung und Trimmung im getauchten Zustand. Das füllen der Auftriebszellen wird anblasen genannt.
- Untertriebszellen: Aufgabe dieser besonderen Tauchzellen ist, das Gewicht des Ubootes so schnell wie möglich zu vergrössern, um schnellere Alarmtauchzeiten zu erreichen. Diese betrugen bei Kampfbooten im Zweiten Weltkrieg teilweise weniger als 30 Sekunden. Da die Untertriebszellen keinem großen Wasserdruck ausgesetzt werden konnten, mussten sie, nachdem das Boot unter der Wasseroberfläche verschwand, wieder angeblasen werden. In modernen Atom-Ubooten findet diese Technologie keine Verwendung, da sie in der Regel nur einmal während ihres Einsatzes tauchen müssen und erst nach Monaten wieder auftauchen. Sie benötigen zum tauchen teilweise mehrere Minuten.
- Tiefenruder: Sie übernehmen die Feinabstimmung im getauchten Zustand. Die Anordnung der vorderen Tiefenruder variiert bei modernen Ubooten sehr stark. Am Turm angebrachte Tiefenruder sind nicht in der Lage, den Tauchvorgang zu unterstützen und erschweren das Auftauchen in vereistem Wasser. Kleinere Uboote haben manchmal eine dynamische Tiefensteuerung, das heißt sie steuern nur mit Tiefenrudern.
Bei den Ubooten unterscheidet man in verschiedene Arten.
- Atom-U-Boote können lange Strecken zurücklegen und sind oft sehr groß (bis zu 35.000 Tonnen Verdrängung).
- Strategische Raketen-U-Boote (SSBN) dienen der nuklearen Abschreckung.
- Angriffs-U-Boote (auch Jagd- oder taktisches Uboot) sind gewöhnlich mit Torpedos bewaffnet, um andere Schiffe anzugreifen. Daneben können sie auch mit Marschflugkörpern für den Angriff auf Landziele oder lohnende Seeziele (wie Trägerkampfgruppen ( CVG )) bestückt sein. Sie existieren mit einer Vielzahl von Antriebsformen.
- Jagd-U-Boote dienen der Bekämpfung gegnerischer Uboote. Jagd-Uboote stellen die wirkungsvollste Waffe gegen Uboote mit ballistischen Raketen dar, da diese oft getaucht unter dem Eis operieren. Außerdem ist die Sensorenreichweite getauchter Uboote weit größer als die von Überwasserschiffen, oder Flugzeugen. Jagd-Uboote zeichnen sich vor allem durch ihre hohe Geschwindigkeit aus (bis zu 43 Knoten).
- Versorgungs-U-Boote ( im "2.Weltkrieg auch "Milchkuh" oder "Seekuh" genannt ) und Uboot-Tanker sollten entweder andere Uboote auf See mit Nachschub versorgen oder als Blockadebrecher agieren. Auch spezialisierte U-Minenleger (für Schachtminen) kamen zum Einsatz.
- U-Kreuzer wurden im Ersten Weltkrieg und in der Zwischenkriegszeit für den Handelskrieg nach Prisenordnung entwickelt. Sie waren daher neben Torpedos auch mit starker Artillerie bewaffnet, trugen Beiboote und sogar Beobachtungsflugzeuge. Das größte Uboot vor Beginn des Atomzeitalters, die französische Surcouf , war ein solcher U-Kreuzer. Flugzeuge wurden auch von japanischen Aufklärungs-Ubooten zur Erkundung großer Gebiete mitgeführt.
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