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Einsatzrichtlinien zum Uboot-Typ XXI
Für die taktische Ausbildung waren im Sommer 1944 vom BdUop.Richtlinien für den Einsatz dieser neuen Boote ausgearbeitet worden,die in den >Überlegungen zum Einsatz des Typ XXI<(I/SKL Teil C 4/44 vom 10.Juli 1944) zusammengefaßt worden sind.Einige wesentliche Aussagen dieser Studie sind:
1. Der Typ XXI ist ein Boot mit ausgeprägt starken Unterwassereigenschaften,die geeignet sind, die durch Luftherrschaft und Überwasserortung erreichte Überlegenheit der feindl. U-Bootabwehr weitgehendst auszuschalten.
2. Das Uboot Typ XXI ist mit 6 Torpedorohren ausgerüstet,die in kurzer Zeit nachgeladen werden können (zweite Chargierung nach 5, dritte Chargierung nach 20 Minuten).Seine Kampfkraft ist,wenn sie zum Einsatz kommt,ausreichend,den stärksten Überwasser-Gegner bzw. mehrere feindliche Schiffe gleichzeitig zu vernichten.Seine Standkraft reicht jedoch nicht aus,die zum eigenen Einsatz seiner Torpedos erforderliche Entfernung über Wasser zu erzwingen,sie muß unbemerkt über oder unter
Wasser "erschlichen" werden.
3. Grundsatz: Im Op-Gebiet vor dem Angriff unbedingt unbemerkt bleiben.(Typ XXI gestattet Erfüllung dieser Forderung im ungleich häheren Maße als die bisherigen Kampfboote.)
Hält das Boot Typ XXI,was es bisher verspricht,so bedeutet jedes Boot für den Gegner eine besondere Gefahr...Das Auftreten weniger Typ XXI bringt bereits eine weit stärkere Zersplitterung der Abwehr,als eine erheblich größere Zahl bisheriger Kampfboote.
4. Grundsatz: Der Einsatz des Bootes ist hoch,der erste Angriff muß daher zu einem lohnenden Erfolg führen.Dies gilt insbesondere bei Einsätzen in "Verkehrstrichtern" in Küstennähe.Gegenüber erhöhter Abwehr in diesen Bereichen sind die erforderlichen Eigenschaften lange Unterwasserausdauer und Robustheit gegenüber Waboverfolgungen durch die große Batteriekapazität und große Tauchtiefe beim Typ XXI gegeben.
5. Im Mai 1944 brauchte z.B. ein Typ IX C Boot beim Marsch zur Karibik 50 Tage.Beim Typ XXI wird dagegen mit 28 Tagen gerechnet,d.h. Typ XXI marschiert praktisch doppelt so schnell wie Typ IX C.
Verkürzungen der Anmarschzeiten bedeutet Verlängerung der Aufenthaltsdauer im eigentlichen Op-Gebiet.Große Räume,mehr Kojen,durch Klima-Anlagen gemäßigte Temperaturen,für jede Unternehmungsdauer ausreichende Proviantausrüstung,größere Kühleinrichtungen,bessere Raumluftverhältnisse bei langen Unterwassermärschen (führen zu einer geingeren) Beanspruchung der Besatzung...als bei früheren Kampfbooten.
6. Typ XXI ist kein Tauchboot,sondern ein Unterwasserboot.In seiner verhältnismäßig hohen Unterwassergeschwindigkeit und seiner Unterwasserdauer liegt seine Stärke.Sobald es an der Oberfläche ist,gleicht es mit seinen schwachen Überwasserkampfeigenschaften den bisherigen Kampfbooten.Es ist deshalb fraglich,ob das Boot nach Sichten oder Feststellen des Gegners über Wasser operierend in eine Angriffsposition kommt.
Daher gilt: Ist festgestellter Gegner auch unter rücksichtsloser Ausnutzung der Batteriekapazität in einem Unterwasseranlauf zu erreichen,ran,Angriff in einem Anlauf durchführen und notfalls erzwingen...Fällt der Schuß bei einem Batterie-Kapazitätszustand von nur 20 Prozent der Gesamtkapazität,so ist der Angriff richtig.20 Prozent Batteriekapazität genügen noch,um eine längere Wabo-Verfolgung (4-5 Stunden) durchzustemmen...
7. Nach letztem erfolgreichen Angriff noch einige Minuten mitlaufen,auf große Tiefe gehen,Schleichfahrt.Dann drehen,nach achtern seitlich ablaufen.Freisteuern (von) achtern Fegern nach eigener S-Ortung und Horchpeilung.
Bei einer Wabo-Verfolgung hat das Boot trotz seiner größeren Abmessungen bessere Chancen als die bisherigen Kampfboote,da hohe Unterwasserfahrt gezielten Wabowurf erhelbich erschwert,große Tiefe...und höhere Schleichfahrt...hervorragenden Schutz gewähren.
8. Sehr gute Horchgeräte und S-Geräte ermöglichen bessere Kontrolle des Verhaltens der U-Jäger,so daß keine Überraschungen mehr möglich sind.Mit Asdic sendenden Gegner kann mit Unterwasserhöchstfahrt weggelaufen werden.(Reichweite Asdic im Höchstfall 5000m.)
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