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Die Kaperung von U 110.
09.05.1941
Das am 15.04.1941 aus Lorient ausgelaufene Uboot U 110, ein Boot des Typs IX B, wird im Nordatlantik ( östlich von Cape Farewell ) durch die Konvoisicherung des Konvois OB.318 entdeckt.Die britischen Zerstörer BULLDOG und BROADWAY sowie die Korvette AUBRIETIA zwingen das Boot nach längerer Wasserbombenverfolgung zum Auftauchen. Als sich die Besatzung ( 32 Überlebende ) bereits im Meer befindet entschließt sich der Kommandant Fritz-Julius Lemp zum Boot zurückzukehren um es zu versenken.
Kurz bevor er U 110 erreichen kann wird er durch das, vom Zerstörer BULLDOG entsande Prisenkommando, erschossen.Dem Enterkommando gelingt es in das bereits sinkende U 110 einzudringen und sämtliche Geheimunterlagen sicher-zustellen. Zu ihren "Funden" gehört auch die heißbegehrte Schlüsselmaschine ENIGMA. Die Versuche der Besatzung der BULLDOG, das geenterte Boot über Wasser zu halten, schlugen allerdings fehl. U 110 sank im Schlepp.
Die britische Kriegsführung übte im Falle von U 110 strengste Geheimhaltung. Das Boot wurde als gesunken ausgegeben, über die Enterung wurde sogar unter Androhung der Todesstrafe stillschweigen bewahrt, sodaß die deutsche Führung über mehrere Monate nicht wußte, daß der Gegner von nun an im Besitz der Geheimunterlagen und der Schlüsselmaschine ENIGMA war. Die Briten waren nun in der Lage wichtige Funksprüche, wie der, welche Positionen von operierenden Ubooten, zu entschlüsseln. Für viele Boote ist so die Kaperung von U 110 zum Verhängnis geworden.