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Der Fall Peleus
8.März 1944
Die Peleus, ein griechisches Schiff, das im Dienst der Engländer fuhr, lief mit dem Ziel Buenos Aires, aus Freetown aus.In der Nacht vom 13. auf den 14. März 1944 wurde die Peleus, dreihundert Meilen vor der afrikanischen Küste, nordostwärts der Insel Ascensien (Quadrat FF 19) von U 852 mit zwei Torpedos angegriffen und versenkt.Um alle Spuren der Versenkung zu vernichten, ließ Kapitänleutnant Heinz-Wilhelm Eck, Wrackteile und die überlebenden Besatzungsmitglieder mit Maschinengewehren und Handgranaten beschießen.

Inzwischen setzte U 852 seinen Weg in den Indischen Ozean fort und versenkt dort am 1. April 1944 den britischen Frachter Dahomian. Am 3. Mai sichteten Flugzeuge der RAF das Uboot und beschädigten es durch Bombenangriffe so schwer das U 852 an der Ostküste Somalias durch die Besatzung selbstversenkt werden musste. Kapitänleutnant Eck und 58 seiner Besatzungmitglieder gerieten daraufhin in britische Gefangenschaft.

 

20.April 1944

Ein Ausguck des protugisischen Schiffes Alexandre Silva (sie befand sich auf dem Weg von Lissabon nach Portugiesisch-Westafrika) sichtet fünfhundert Meter von der Versenkungsstelle der Peleus entfernt, ein Floß. Auf diesem Floß befanden sich, 37 Tage nach der Versenkung der Peleus, vier überlebende Besatzungsmitglieder. Unter den Besatzungmitgliedern befand sich auch der Erste Offizier Antonios Liossis. Am 27.April 1944 lief die Alexandre Silva den Hafen von Libito an und übergab die Schiffbrüchigen den zuständigen Abwehroffizieren der Royal Air Force. Die Männer der Peleus wurden zunächst in Kapstadt verhört und anschließend zwei von ihnen nach London geflogen. In London gab der Erste Offizier Liossis eine eidesstaatliche Erklärung ab welche später im Peleus-Prozeß zum Hauptbeweismaterial der Anklage wurde.

 

17.Oktober 1945

Kapitänleutnant Eck und vier seiner Besatzungsmitglieder werden durch ein britisches Militärtribunal in Hamburg bezüglich der Versenkung der Peleus angeklagt. Der Gerichtsoffizier Melford Stevenson verlaß folgende Anklageschrift:
" Kapitänleutnant Heinz Eck, Leutnant z. See August Hoffmann, Marineoberstabsarzt Doktor Walter Weispfennig, Kapitänleutnant (LI) Hans Richard Lenz und Matrosenobergefreiter Wolfgang Schwender, Sie sind gemeinsam des folgenden Verbrechens angeklagt ... werden eines Kriegsverbrechens beschuldigt, weil sie in der Nacht vom 13. auf den 14. März 1944 auf dem Atlantischen Ozean als Kommandant und Besatzungsmitglieder von U 852 nach Versenkung der Peleus unter Verletzung des Kriegsrechts an der Tötung von Besatzungsmitgliedern des obengenannten Schiffes beteiligt waren, indem sie auf sie geschossen und Handgranaten geworfen haben."

 

Am 21.Oktober 1945 wurden Kapitänleutnant Eck, Leutnant z. See und Marineoberstabsarzt Doktor Walter Weispfennig zum Tode veruteilt, am 30. November hingerichtet und am 6. Dezember 1945 auf dem Ohldorfer Friedhof beerdigt.
Kapitänleutnant (LI) Hans Richard Lenz wurde zu lebenslanger und Matrosenobergreifter Wolfgang Schwender zu 15 Jahren Haft verurteilt.