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Die Entwicklung des Unterseebootes
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Vielleicht der wichtigste Gesichtspunkt in Laubeufs Denken, als er die Narval entwarf, war sein Konzept eines tauchfähigen Torpedobootes. Frühere Unterseeboote waren überhaupt nicht imstande gewesen, auf See zu bleiben, weil ihre Elektromotoren die Fahrstrecke strikt begrenzten und weil ihre engen Rümpfe, die sich kaum über die Wasseroberfläche erhoben, die Navigation äußerst gefährlich machten.
Die Narval mit einer Länge von 34 m, einer Breite von 3,8 m und einer Wasserverdrängung von 117 t aufgetaucht und 202 t im Tauchzustand war imstande, sowohl offensiv als auch defensiv zu operieren. Sie konnte an der Wasseroberfläche bleiben, bis sie gezwungen wurde zu tauchen, um entweder anzugreifen oder um sich zu verbergen.
Mit anderen Worten ausgedrückt, wie fast alle Unterseeboote bis in die letzten Jahre des Zweiten Weltkrieges, so war auch die Narval grundsätzlich ein Überwasserschiff, das auch tauchen konnte, aber kein echtes >Unterseeboot<, welches die meiste Zeit unter Wasser operiert. Versuche, diese Idealvorstellung in vorausgehenden Entwürfen zu erreichen, sind durch die unzulängliche Technologie der damaligen Zeit vereitelt worden.
Laubeuf erkannte die Wichtigkeit eines starken Rumpfes und auf Narval waren sowohl die äußere als auch die innere Hülle – für damalige Verhältnisse – schwer gepanzert.
Die innere Hülle war zylindrisch und dies veranlasste einen der ersten Kommandanten von ihr als >einem Torpedoboot, das im inneren ein Unterseeboot mitführt< zu sprechen.
Sie besaß eine Besatzung von 13 Mann und war bewaffnet mit vier >Abwurfkragen< für 45 cm – Torpedos.
Der von dem Russen Drzewiecki erfundene Abwurfkragen bestand aus einer Schlinge, die den Torpedo vor dem Losmachen in jedem gewünschten Winkel hielt. Die Franzosen zogen ihn damals den Torpedorohren vor.
Die 220-PS-Dampfmaschine verlieh der Narval aufgetaucht eine Höchstgeschwindigkeit von 9,88 Knoten und konnte bei Überwasserfahrt die Batterie aufladen, indem der 80-PS-Elektromotor aufgeschaltet auf dieselbe Welle wie ein Generator benutzt wurde. Der Elektromotor erzeugte bei Tauchfahrt eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 5,3 Knoten. Die Fahrstrecke lag unter Wasser mit 2,2 Knoten bei 58 Seemeilen und aufgetaucht mit 8,8 Knoten bei 345 Seemeilen.
Die schlimmste Eigenschaft der Narval war ihre Tauchzeit von 10 – 15 Minuten, weil es vor dem Tauchen notwendig war, den Dampfkessel und Dampfmaschine stillzulegen.
Trotz diesem Umstandes bestätigten die ersten einsatzmäßigen Probefahrten ihre Brauchbarkeit als Waffe.
Zwischen Cherbourg ( wo sie gebaut wurde ) und Brest blieb sie 48 Stunden lang in See; dabei unternahm man mehrere Unterwasserfahrten, die längste davon dauerte 12 Stunden.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Frankreich deshalb in der Theorie und Praxis des Unterseebootbaus die fortschrittlichste Seemacht. Bis zum Ende des Jahres 1901 hatte es elf Boote bestellt oder im Dienst, einige zur einsatzmäßigen Verwendung, andere zu reinen Versuchszwecken.
Zum selben Zeitpunkt hatten die Vereinigten Staaten ein Boot im Dienst und sieben weitere bestellt bzw. im Bau.
Die Italiener experimentierten noch immer mit der kleinen Delfino, die eines der ersten, mit einem Periskop ausgestatteten Unterseeboote war.
Die Royal Navy verstand das Unterseeboot als eine Waffe für schwächere Marinen.
Da Großbritannien zu dieser Zeit eine der größten Kriegs- und Handelsmarine besaß, sah man davon ab
eigene U-Boote zu entwickeln, da jeder Fortschritt, jede Neuentwicklung dieser Waffe zugleich eine
Gefährdung der eigenen Schiffe war.
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